Ich versuche ja, wenn etwas schief läuft, dem Ganzen auch etwas Positives abzugewinnen. Meist bergen diese vermeintlichen Rückschläge auch enormes Potential in sich. Dummerweise sieht man sowas erst immer rückwirkend. Wie aber durch ein Hindernis sich plötzlich ganz andere Möglichkeiten eröffnen und diese am Ende in einem Buch enden, ist nur ein Beispiel dafür.

Fünf Monate für eine UstId

Voll Enthusiasmus wollte ich im Ausland eine große Auflage von DIY-Reisen – Thailand drucken lassen. Ausgebremst durch mein Finanzamt, welches fünf Monate für eine UstID brauchte, musste ich die Füße still halten. Eine Bestellung ohne UstId würde dazu führen, dass ich auf 22% ausländischer Mehrwertsteuer sitzen bleiben würde. Also leierte ich weitere kleinere Druckaufträge in Deutschland an.

Auf der Suche nach einem Layout-Programm

So konnte mich ganz der Problematik widmen, druckfähige PDFs im CMYK-Farbschema zu erstellen. Die Programme, mit denen man solche PDFs erzeugen kann, werden vornehmlich von professionellen Layoutern eingesetzt, die tagtäglich Kataloge, Broschüren und Bildbände im Offset-Druckverfahren erzeugen. Das kostenlose Programm Scribus schien mir eher nur für kleine Dokumente geeignet zu sein, bleib also nur noch Adobe InDesign.

Ich bin es ja gewohnt, mich schnell in neue Programme einzuarbeiten und sowas macht mir ja auch echt viel Spaß (ich sag nur: shiny new object syndrom ;-), aber bei InDesign bin ich echt ins Schleudern geraten. Das Programm war so mächtig und echt krass, was man alles damit anstellen konnte, nur leider nicht immer intuitiv bedienbar. Manchmal sind es nur kleine Kniffe, die man einfach wissen muss, um etwas zum Laufen zu bekommen. Was aber endloses Stöbern in Online-Hilfen oder YouTube Tutorials mitsichbrachte.

Ungewollte Eigendynamik => Neues Buch-Projekt

Da es sich immer leichter an einem kleinen Beispiel üben lässt, kam ich auf die glorreiche Idee unseren Indien-Reisebericht in InDesign zu setzen. Da 100 Seiten ohne Fotos ja überschaubarer sind als 320 Seiten mit unzähligen Bildern und Karten, freute ich mich schon darauf InDesign auf Herz und Nieren zu testen.

Von Tag zu Tag wurde ich besser und irgendwann entwickelte dieses Projekt eine ungewollte Eigendynamik. Geplant hatte ich ein Buch ohne Bilder, denn ich wollte mal ausprobieren, wie ein eBook läuft, was nur Text hat. Hier bietet Amazon den automatisieren Druck über CreateSpace an, was ein nettes Feature ist und mir alle Probleme mit dem Druck und der Distribution von physischen Büchern vom Hals schaffen würde. Aber dann kam alles anders…

Ich gab das PDF meinem treuen Lektoren Team und bekam sowas von Gegenwind, wie ich es nie erwartet hätte. Unisono schallte es: Und wo sind die BILDER?!

Ein paar Bilder müssen her!

Zähneknirschend musste ich mich auch noch in das Setzen von Bildern einarbeiten, was in keinster Weise vergleichbar ist mit Word oder anderen Grafik-Programmen. Es dauerte Tage, bis ich ein Setup erarbeitet hatte, Bilder im Buch unterzubringen und den Text ordentlich herum fließen zu lassen.

Aus 3800 Bildern ein paar auszusuchen, ist keine leichtes Unterfangen, aber eine sehr schöne Aufgabe, die sich über mehrere Wochen hinwegzog. Nochmals konnte ich in unvergesslichen Urlaubserinnerungen schwelgen und die Erlebnisse in Rajasthan Revue passieren lassen. Als ich endlich durch war und das ganze Buch mit Bildern versorgt hatte, war das Werk auf stattliche 200 Seiten angewachsen.

Keinen Vorteil bei eBooks

Ich hatte ja die Hoffnung, dass ich nur noch eine Version pflegen müsste und nicht separate Programme für das Print- und das eBook verwenden muss. Aber das Ergebnis des epub-Exports aus InDesign war grottenschlecht. Also packte ich mir alles in Jutoh rein und verbesserte von da an immer in zwei Versionen. Dafür hatte ich aber auch saubere mobi- und epub-Dateien. Aus Erfahrung weiß ich, dass gerade Feiyr da sehr pingelig ist, wenn irgendwas nicht korrekt ist. Es hat Stunden gedauert, bis ich nach dem Import alle Fehler bereinigt hatte. Anhand der vielen Bilder (über 200 Stück) und der größer der erzeugten Datei, war auch jetzt schon klar, dass Amazon alleine für die Datenbereitstellung wieder 3 € vom Buchpreis kassieren würde.

Mein Lektorenteam versorgte mich währenddessen ständig mit Verbesserungsvorschlägen. Ich war über jeden Fehler, der noch vor dem Druck gefunden wurde, echt dankbar. Aber auch Anmerkungen, wo es um die Verständlichkeit ging, sind sooo hilfreich. Ich, der das Ganze erlebt hat und mit Asien sehr vertaut ist, geht über Dinge leichter hinweg, als jemand, der noch nie in diese bunte Welt eingetaucht ist. So verbesserte sich schrittweise über Wochen hinweg der Inhalt und somit das gesamte Buch.

Konvertierungsarbeiten

Jürgen (head of nice pictures) ackerte mit mir an mehreren Wochenenden nochmal alles durch. Bilder wurden bearbeitet, bessere Ausschnitte erstellt und letztendlich in viele verschiedene Formate gebracht. Dies ist notwendig, da ein eBook in einer viel geringeren Qualität vorliegen muss, als ein Bild, was mit 300 dpi in den Druck gehen muss. Jetzt muss nur noch die Konvertierung in CMYK klappen, dann können sie ihre endlich ihren Platz im Buch einnehmen und die vorläufigen Bilder ersetzen. Ins eBook müssen sie natürlich auch importiert werden, was ein ziemlich stupide Arbeit ist.

Entscheidung gegen das Umfrageergebnis

Auf WhatApp und Facebook hatte ich drei unterschiedliche Entwürfe der Titelbilder eingestellt. Das Feedback war überwältigend und recht unterschiedlich. Auf Whatsapp war die Mehrheit für die Elefanten vor dem Amber-Fort, auf Facebook für das Taj Mahal. Sicherlich wäre das Taj Mahal auf dem Cover bestimmt ein Bild, was mehr Leute anspricht, zumal es von der Bildaufteilung und vom Motiv her einfach perfekt komponiert ist. Aber ich habe mich letztendlich für die Elefanten entschieden, weil sie mehr dem Inhalt des Buches entsprechen und weil es nicht so abgelutscht wie das Taj Mahal ist, was ja noch nicht einmal in Rajasthan liegt.

Quer durch Rajasthan – Ein Untertitel muss her!

Als Titel würde mir Quer durch Rajasthan ganz gut gefallen, aber es fehlt mir noch ein passender Untertitel. Er sollte irgendwie ausdrücken, dass wir uns selbst eine Rundreise zusammengestellt und organisiert haben. Mit dem Auto über 2000 km in zwei Wochen zu den schönsten Orten gefahren sind und dabei auch fern ab von ausgetretenen Touristenpfaden wunderschöne Städte und Bauwerke kennenlernen durften. Wir sind tief eingetaucht in das indische Leben, das so farbenfroh, exotisch und unvergleichbar ist. Das Buch soll also den Leser mit auf eine Bilderreise quer durch Rajasthan nehmen, er erlebt mit uns die Schönheit und auch Skurrilität eines so widersprüchlichen Landes.

Aber vielleicht hast Du ja eine Idee für den Untertitel für mich?

Dann packe ihn bitte in die Kommentare…