Die letzten Monate vor der Buchveröffentlichung waren echt hart. Als wir nach Sulawesi aufbrachen, lag der fertig geschriebene Reiseführer auf der Festplatte, nur fehlte noch ein wichtiger Bestandteil: Die Bilder!

Dummerweise hatten wir auf unserer Reise, die uns über Singapur, quer durch Sulawesi und weiter nach Kuala Lumpur führte, so viel erlebt und fotografiert, dass wir das erstmal verarbeiten mussten und auch wollten.

Schnell mal ein paar Bilder einfügen?!

DIY-Reisen - Thailand Reiseführer Buchseite 57Ein paar Bilder in ein Buch einzufügen kann ja nicht so schlimm sein – dachte ich. Die 3000 Fotos haben wir erstmal auf 800 reduziert, aber die Qual der Wahl war immer noch groß. Nachdem ich die ersten hundert Seiten mit Bilder ausgestattet hatte, merkte ich, dass ein Bild pro Seite zu viel wird. Also mussten die mühsam rausgesuchten Bilder wieder weichen. Ein Bild pro Doppelseite überfrachtete das Buch nicht so, bot aber immer noch die Möglichkeit, schöne Eindrücke zu vermitteln und Lust aufs Reisen zu machen. Zum Glück kamen ein paar Wochenenden mit schlechtem Wetter, so konnte ich von morgens bis abends Bilder und Untertitel hinzufügen.

MangaStudio im Schnelldurchlauf gelernt

Thailandkarte im MangaStudioDa es im Buch eine Vielzahl von Touren gibt, hatte ich mit meiner Tochter einen Deal, dass sie mir die Karten am Grafik-Tablet malt. Das hat sie auch richtig gut hinbekommen, nur hatte sie keine Lust irgendwelche Tourverläufe, Städtenamen und Ähnliches einzufügen. Das war wohl unter ihrem künstlerischen Niveau. Pech für mich, denn so durfte ich mich ein komplettes Wochenende in ein Grafikprogramm einarbeiten, mit dem man normalerweise Mangas zeichnet. Naja, wieder was gelernt.

Eine eigene Verkaufsseite

ElopageDa saß ich nun mit einem fast fertigen Buch und immer noch keine Ahnung, ob ich mir jetzt selbst einen Webshop auf die Seite packe, es zu Amazon hochlade oder sonst eine Möglichkeit in Angriff nehme. Letztendlich habe ich mich für eine Verkaufsseite bei einem deutschen Dienstleister entschieden. Bei elopage habe ich mir eine Verkaufsseite eingerichtet und schon ein wenig rumgespielt.

Mein eBay-Konto musste ich erstmal auf ein Geschäftskonto upgraden, aber das war weniger schlimm, als ich befürchtet hatte. Um als verifizierter Verkäufer anerkannt zu werden, musste man eine Vielzahl von Dokumente hochladen und sich echt nackig machen, um zu bestätigen, dass man wirklich der ist, der man vorgibt zu sein.

Formatieren was das Zeugs hält

Gleich im Hinblick darauf, dass das Buch auch mal als Printversion erscheinen soll, habe ich bei der Formatierung darauf geachtet, dass die Grafiken und Bilder an den richtigen Stellen landen. Nur dumm, wenn man später noch einen kleinen Fehler findet und diesen korrigiert. Plötzlich stimmt dann nach hintenraus alles nicht mehr und Bilder oder Tabellen werden falsch umgebrochen oder es entstehen ungewünschte Leerräume. Eine wunderbare Tätigkeit immer wieder 300 Seiten durchzublättern und grob zu checken, ob alles noch am richtigen Platz steht.

Buchmarketing, nicht so meins

In den letzten Wochen habe ich in verschiedenen Facebook-Gruppen Artikel veröffentlicht, um unsere Reichweite zu verbessern. Dadurch erreicht man schnell mal 2 – 3 Tausend Leser. Nur leider sind es dann halt überwiegend Leser, die sich für ein bestimmtes Land, in unserem Fall Indonesien, interessieren. Auch Gruppen, wo sich überwiegend Blogger tummeln sind zwar nett, aber wenig hilfreich.

Bleibt also noch der eigene Email-Newsletter, wo sich 300 Leute eingetragen haben. Da dieser über MailChimp versendet wird, besteht immer die Gefahr, dass er im SPAM-Ordner landet. In Zahlen bedeutet das, dass ca. 100 Leute die Email überhaupt lesen können. Die restlichen 200 habe ich nochmal zufuß über meinen privaten Email-Account angeschrieben.

Auch hier besteht das Problem, dass viele unserer Newsletter-Abonnenten gerne unsere Reiseberichte und -fotos anschauen, aber nie nach Asien reisen würden. Ihnen reicht die optische Entführung in eine andere Welt.

Die ersten Rezensionen

Zum Glück trudelten dann auch langsam die Rezensionen von Lesern ein! Fünf Leute, die noch nie zuvor in Thailand waren und mit einer Vorabversion des Reiseführers unterwegs waren, hatten einen tollen Aufenthalt und sind wohlbehalten aus Thailand zurückgekehrt. Anderen konnte ich die Angst vor so einer Reise schon mal nehmen, ob sie tatsächlich auch einen Flug nach Thailand buchen werden bleibt abzuwarten, aber da bin ich optimistisch.

Die ersten Verkäufe

Pünktlich zum Verkaufsstart gab es sowohl auf meiner Seite also auch auf der Verkausseite Probleme beider Erneuerung des Sicherheitszertifikats. Aber die Leute bei Elopage reagierten sehr schnell und behoben das Problem, ich konnte mein Zertifikat selbst noch schnell erneuern.

Vorsichtig veröffentlichte ich einen Eintrag in meiner Timeline bei Facebook und siehe da, die ersten Verkäufe trudelten ein. Ein unbeschreibliche es Gefühl, wenn man merkt, dass man nicht hunderte Stunden umsonst mit einem Herzenprojekt verbracht hat. Als dann nicht nur Freunde, sondern auch mir bisher unbekannte Menschen das Buch kauften, war ich angenehm überrascht.

Viele Menschen haben mir signalisiert, dass sie lieber das Buch in den Händen halten wollen. Deshalb stecke ich alle Zeit und Energie nun in die Gestaltung des physikalischen Buchs. Was dabei so alles schief gehen kann und was es für ein Gefühl ist, das erste eigene Buch in den Händen zu halten ist eine andere Geschichte.

Ein Leben verändern

Wenn ich es mit meine Reiseführer schaffe, Menschen dazuzubewegen ihren Urlaub selbst zu gestalten und ihnen Mut mache, den ersten Schritt nach Thailand zu wagen, habe ich mein Ziel erreicht. Denn ich bin mir sicher, dass diese Art von Urlaub ein Leben nachhaltig verändern wird und die meisten viel mehr als nur einen Urlaub haben werden.